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Neue Gräueltaten gegen die Kurden in Syrien – EU muss Verbrechen verurteilen

Bozen, Göttingen, 13. Januar 2026

Zerstörte kurdische Gräber auf einem Friedhof in der türkisch besetzten Region Afrin, April 2025. Foto: Kamal Sido / GfbV

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert die EU-Regierungen auf, die Gräueltaten gegen Kurden in Aleppo, die vom syrischen Regime verübt wurden, zu verurteilen. In Aleppo wurde die kurdische Bevölkerung gezielt angegriffen. Menschen wurden lebendig aus hohen Stockwerken heruntergeworfen. Krankenhäuser wurden angegriffen und Menschen, die sich in ihren Wohnungen oder in Krankenhäusern aufhielten, wurden hingerichtet. Einige dieser Menschen habe ich persönlich gekannt und im April 2025 besucht. Unter ihnen waren Ärzte, Apotheker und Polizeikräfte, die für die Sicherheit der Menschen sorgten. Ihr einziges Verbrechen war, dass sie in ihrer Heimat frei leben wollten. Dafür werden sie vom syrischen Regime getötet, verletzt oder vertrieben.

Die Menschenrechtsorganisation unterstützt die friedlichen Proteste der Kurden, Alawiten und Drusen im Exil, die seit Tagen gegen die Gräueltaten des islamistischen Regimes in Syrien protestieren und auf die aktuellen Verbrechen des Regimes in Syrien aufmerksam machen und dem achten Jahrestag des völkerrechtswidrigen Angriffs der Türkei auf die nordsyrische kurdische Region Afrîn (20. Januar 2018) gedenken.

Wir fordern Politik und Medien auf, die andauernde Besatzung Afrîns und die neuen Verbrechen gegen die Kurden zu verurteilen. In den vergangenen Tagen hat das islamistische Regime in Damaskus mit Unterstützung der Türkei und mit stillschweigender Duldung durch die USA und Deutschland wieder Hunderttausende Kurden vertrieben und an ihnen schwerste Verbrechen begangen. Viele von ihnen stammen aus Afrîn und wurden in den vergangenen Jahren bereits mehrmals von der Türkei und von ihr unterstützten islamistischen Milizen vertrieben. Nun sind sie erneut auf der Flucht. In ihre Heimat können sie nicht zurückkehren, denn die nordsyrische Region Afrîn ist nach wie vor von der Türkei besetzt. Eines von vielen besetzten Dörfern ist das kurdische Dorf Basilê (Baselhaya), das von den türkischen Besatzern komplett abgeriegelt ist.

Viele Kurden sind verzweifelt, denn sie glauben, dass sich das islamistische Regime in Damaskus an ihnen rächt, weil sie gegen den „Islamischen Staat“ (IS) sowie andere radikalislamistische Gruppen gekämpft haben und weiterhin kämpfen. Das Ausmaß der Verbrechen der Islamisten und die Hetze gegen andere Ethnien und Religionsgemeinschaften seien in der Geschichte Syriens beispiellos. „Nie zuvor wurde blinde Gewalt gegen Nicht-Araber und Nicht-Sunniten in diesem Umfang verübt. Das kriminelle islamistische Regime in Damaskus vollendet nun, was Assad angefangen hat.

Die kurdische, alawitische und drusische Bevölkerung Syriens hat Angst, dass die USA, die NATO und auch Deutschland ihr Land den radikalen Islamisten und Dschihadisten überlassen werden, so wie es in Afghanistan geschehen ist. Vieles spricht dafür, dass der Westen die syrischen Islamisten im globalen Wettkampf gegen Russland und China für sich gewinnen will. Die Fakten zeigen jedoch, dass sich das syrische Regime – so wie die Taliban in Afghanistan – mit Russland, China und der NATO arrangiert hat und dies nutzt, um die eigene Macht zu festigen und die Verfolgungsmaschinerie am Laufen zu halten.