Welcome at the website of Gesellschaft für bedrohte Völker. Your currently used browser is outdated, probably insecure, and may cause display errors on this website. Here you can download the most recent browsers: browsehappy.com

Ungewisse Zukunft Grönlands: Rechte der Inuit müssen respektiert werden

Bozen, Göttingen, 23. Januar 2026

Nahaufnahme bunte Häuser Nuuk Grönland. Foto: amanderson2, Creative Commons 2.0

Angesichts der zunehmend angespannten geopolitischen Lage fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) eine Einbeziehung der Inuit bei allen Diskussionen über die Zukunft Grönlands. Die aktuelle Politik der US-amerikanischen Bundesregierung unter Präsident Donald Trump werfe ernsthafte menschenrechtliche Bedenken auf. Insbesondere das vorgeschlagene Kaufangebot für die gesamte Insel stelle eine wiederholte kolonialistische Bedrohung dar, die nicht nur die Souveränität Grönlands untergrabe, sondern vor allem die Rechte, das Land und die Kultur der Inuit gefährde.

„Die Inuit lebten schon lange vor der Ankunft europäischer Kolonisatoren auf Grönland. Sie sind die rechtmäßigen Hüter dieses Landes. Ihre Stimme muss im politischen Diskurs über die Zukunft Grönlands gehört werden“, fordert Eliane Fernandes, GfbV-Referentin für Indigene Völker. „Wir fordern die USA und die EU auf, das Recht der Inuit Grönlands zu achten und zu schützen. Dazu sind sie laut internationalen Menschenrechtsabkommen verpflichtet“, erinnert Fernandes.

Die Inuit stellen rund 90 Prozent der Bevölkerung Grönlands dar und sind in drei Hauptgruppen unterteilt: Kalaallit, Tunumiit und Inughuit. Sie leben seit Jahrtausenden im Einklang mit der Natur und besitzen ein tiefes kulturelles Erbe, das es zu bewahren gilt. „Die Inuit kämpfen für den Schutz und den Erhalt der Arktis. In einer Zeit, in der der Klimawandel und Ressourcenknappheit die Welt belasten, ist es unerlässlich, dass ihre Rechte und der Schutz ihres Landes im Mittelpunkt aller Diskussionen über die zukünftige Entwicklung der Region stehen“, sagt Fernandes.

Für Nivi Rosing, Mitglied im grönländischen Parlament, sei die Vorstellung, dass koloniale Mächte immer noch versuchen, Kontrolle über ihr Land zu gewinnen, unvorstellbar. „Wir sind im Jahr 2026. Wir sind weit über die kolonialen Zeiten hinaus. Wir sind ein anerkanntes Volk. Wir haben unsere eigene Regierung, wir haben unseren eigenen Premierminister, und wir bereiten uns auf unsere Unabhängigkeit vor“, sagte sie der Zeitung Canadian Geographic. Seit 2018, während Trumps erster Amtszeit, habe Grönland deutlich gemacht, dass es amerikanischen Einfluss ablehne, sagt Rosing. „Wir sind offen für Zusammenarbeit, aber zu respektvollen Bedingungen. Aber sie scheinen das nicht zu respektieren.“